Quelle: Bild.de

25.06.2013 - 16:05 Uhr
Denver (USA) – Es klingt zunächst banal, wofür die Eltern von Coy Mathis (6) seit Monaten kämpfen und nun vor Gericht Recht bekamen:
Der Ex-Marine Jeremy Mathis und sein Frau Kathryn wollten, dass ihre Tochter in der Schule auf die Mädchentoilette darf. Die Schulleitung hatte es der Erstklässlerin untersagt – weil sie ein Junge ist.

Das Panel für Bürgerrechte in Colorado befand nun, dass es sich dabei um eine Form der Diskriminierung handelt und Coy nun offiziell die Mädchentoilette benutzen darf, obwohl sie vom biologischen Geschlecht her männlich ist.

„Schulen sollten ihre Schüler nicht diskriminieren und wir sind froh, dass Coy nun alles hinter sich lassen kann“, erklärte Kathryn Mathis nach der Bekanntgabe des Urteils am Montag.

Ursprünglich durfte Coy lediglich die Toiletten der Lehrerinnen und der Krankenschwestern benutzen, nicht jedoch die ihrer Klassenkameradinnen in der Eagleside Grundschule in Fountain im US-Bundesstaat Colorado.

Coy kam als Junge zur Welt. Doch ihre Eltern bemerkten bereits früh Anzeichen dafür, dass sie lieber ein Mädchen sein wollte. „Mit fünf Monaten nahm sie ihrer Schwester Lily immer die rosa Decke weg. Später zeigte sie wenig Interesse an Jungsspielzeug“, erzählt ihr Vater Jeremy. Stattdessen habe sie lieber rosa Schleifen und Mädchensachen tragen wollen. In der Familie störte das niemanden, bis Coy sich schließlich weigerte in Jungssachen aus dem Haus zu gehen. Sie zog sich immer mehr zurück und wurde depressiv.

Ein Arzt diagnostizierte bei Coy eine sogenannte Geschlechtsidentitätsstörung. Die Betroffenen wünschen sich oder bestehen darauf, dem anderen Geschlecht anzugehören und lehnen alles ab, was zu ihrem eigenen biologischen Geschlecht gehört. Coys Eltern reagierten entspannt auf die ungewöhnliche Situation. Um ihr Kind aus seinem Schneckenhaus zu locken, ließen sie Coy ein Mädchen sein.

Es funktioniert: Seitdem ist die Erstklässlerin wieder ein fröhliches Kind. „Alles, was wir wollten, ist, dass Coy genauso behandelt wird wie alle anderen Mädchen in ihrer Schule“, sagt Kathryn Mathis. Diese Chance bekommt sie jetzt.

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