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Muttertag in der Reha

Sonntag, schönes Wetter und Muttertag. Meine Mutter wollte nach ihrer schweren Operation in der Reha besucht werden und das mit gutem Recht.

Kurz ein Anruf ob alles in Ordnung und Xenia mit Familie kommen darf. Sie ist ein Pfundskerl und es ist ihr egal ob Xenia oder nicht. Der Familie war es auch so ziemlich egal und so konnte ich an den Schminkspiegel und loslegen. Ein Sommerkleid in Aubergine und schwarze Pumps passte zu dieser Gelegenheit.
Wir mussten noch Tanken und dann ging es los nach Aachen.

Mit Navi an Bord war das Ziel schnell erreicht und wir liefen auf den Eingang der Reha-Klinik zu. Mutter wollte in der Empfangshalle warten und diese Halle erwarteten wir jetzt auch. Emsiges Treiben und Taxis vor der Tür – Wir traten ein. Aber weit und breit keine Halle zu sehen, nein, im Gegenteil standen wir in einem kleinen, beschaulichen Entree und Cafe. Im wahrsten Sinne war hier nix los! Viele Patienten und Gäste saßen und standen an der Kuchenausgabe, eine gemütliche Terrasse lud zum Verbleiben ein und es spielte sogar ein Alleinunterhalter deutsche Schlager. Damit konnte niemand rechnen. Mutter war gefunden und wir setzten uns draußen an einen Tisch und ließen es uns gut gehen mit Kaffee und Kuchen.

Kaum jemand nahm Notiz von mir und die Tischnachbarn meiner Mutter waren schon eingeweiht. Eine erzählte sogar von einem Neffen der evtl. Transgender sein könnte. Sofort gab es eine Visitenkarte.

Wir bekamen noch das schöne Zimmer gezeigt und tranken dann noch ein Wasser vorne bei der Musik. Die ein oder andere schaute beim vorüber humpeln auf den Krücken etwas genauer hin aber alles kein Problem. Im Gegenteil, es war ein schöner Nachmittag inmitten dieser Menschen. Wir verabschiedeten uns und machten einen kleinen Umweg über Leverkusen, wo wir noch den Tag im Brauhaus Opladen ausklingen ließen.

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