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Mehr Frau sein als schein …

Frau ist wer Kinder empfangen, austragen und gebären kann! Stimmt das?
Du wirst nicht als Frau geboren, sondern du wirst zur Frau erzogen. So lautet eine Aussage der Wissenschaft.

Die englische Sprache ist da besser dran, denn Sie trennt die Begriffe "Sex" und "Gender". "Sex" als Ausdruck für die rein anatomisch definierte Geschlechtszugehörigkeit nach primären Geschlechtsmerkmalen und andererseits "Gender" als dem gefühlten, dem gelebten Geschlecht, als dem "Geschlecht" in dem sich ein Mensch selbst identifiziert.

Was aber mit einem durch und durch im Wesen weiblich strukturierten Menschen, der in einem männlichem Körper lebt? Dieser Mann der in seinem Leben, an den, an ihn gestellten Erwartungen scheitert, weil er weiblich fühlt und handelt. Hetero -Männer schieben ihn in die homosexuelle Schublade, wo er aber auch nicht akzeptiert wird, die Hetero -Frau kann mit dem "komischen Kerl" nichts anfangen, lesbische Frauen wenden sich ab aber einige lieben seinen weichen feministischen Kern. Da ist der typisch männliche Körper: breite Schultern, muskulöse Arme und Beine, kräftige männliche Stimme, was zählt da schon das Innere?

Wer soll denn überhaupt das Innere sehen? Mehr sehen als die äußere Hülle als Erwartungsmuster vorgibt?

Wo spiegelt sich die Frau in dieser äußeren Form wieder? Wie kann sie leben, an die Oberfläche kommen, so sehr und so stark sie auch präsent und tonangebend ist? Äußeres ist der erste Entscheidungsfaktor über Kontakt oder Nicht-Kontakt und erst bei genauerem Hinsehen besteht die Chance dem Inneren eines Menschen näher zu kommen.

Wieweit also kann ein "unechter" Mann sein Äußeres anpassen, dass er als die Frau wahrgenommen wird, die er ja von Grund auf ist? Was können Make-up, Perücke, Operationen und Hormone leisten? Es wird immer ein "umgebauter" Mann bleiben.

Jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken und bleibt nach wie vor und bei aller Kunst der Chirurgie nur eine kosmetische Veränderung. Wird "Frau" dadurch definiert, dass sie Kinder empfangen, austragen und gebären kann, dann gibt es keinen Eingriff, der aus dem "falschen Körper" wirklich und absolut eine "natürliche" Frau machen kann. Warum dann das Risiko? Warum den bürokratischen Spiessrutenlauf bis zur Personenstandsänderung, wenn "Frau" doch keine Kinder bekommen kann? Wegen dem guten Gefühl? Womöglich nach der GaOP festzustellen, dass doch der Mann stärker in einem ist als vorher angenommen? Die männliche Sozialisation und das jahrelange Leben als Mann können nicht so einfach über "Bord" geworfen werden. Einen Weg zurück gibt es nach der Operation nicht und daran verzweifeln viele, was körperliche und seelische Folgen hat.

Dann doch lieber gleich als Frau leben und das Innere endlich nach außen tragen und auf die Toleranz oder sogar Akzeptanz der Gesellschaft hoffen, auch wenn "Sie" nach dem Lehrbuch nicht bis ins Detail "stimmig" ist. Ein gefestigtes Selbstwertgefühl ist dabei von großer Wichtigkeit!

Was macht es schon, dass ein klein wenig zu viel dran ist oder nach außen gewachsen ist, was nach innen sollte. Was macht es schon, wenn es doch erwiesen ist, dass das Geschlecht sich nicht zwischen den Oberschenkeln entscheidet, sondern zwischen den Ohren. Das Leben ist zu kurz und vor allem in der Seele und im Herzen eines Menschen sollte es passen – Leben und leben lassen!

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Ein Hinweis: Der Text reflektiert Xenia`s Gedanken zum Thema. Wir, der Gendertreff, sind selbstverständlich offen und tolerant gegenüber anders lautenden Meinungen und ermuntern ausdrücklich zur Diskussion.