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Zwischen den Fronten

Zugegeben war dieser Ausflug wieder einmal von Gitta super gut organisiert aber was sich nachts auf der Heimfahrt zugetragen hatte, konnte niemand vorher sehen und will auch niemand wirklich erleben.
Aber dazu später!

In Bonn, genauer Bonn-Beuel, steht ein Schiff, das ein chinesisches Restaurant beherbergt und genau das wollten wir ansteuern. So trafen sich Ava, Bernadette, Gitta, Hydra, Marina, Rita, Sabine, Sabrina und meine Wenigkeit gegen halb 1 am Trannybahnhof Gruiten um die Regionalbahn nach Bonn zu nehmen.

Schließlich erreichten wir Bonn und uns zog es auch so gleich zum Münster.

Gitta las uns die Geschichte des Gebäudes vor und wir verschwanden in den Gewölben.

Nachdem wir alles Sehenswerte eingesaugt hatten und es auch immer kälter und windiger wurde, kehrten wir in ein Café ein. Dort verweilten wir einige Zeit und schauten uns noch ein wenig die Einkaufspassage sowie diverse „alte“ Steine an, u.a. auch das Geburtshaus von Beethoven.

Danach stürmten wir ein gemütliches Lokal, in dem wir sehr freundlich bedient wurden und wir bestellten vorwiegend Pils, außerdem konnten wir uns aufwärmen.

Nur Marina bestellte ein ortsübliches Bier, das in einem länglichen Glas serviert wurde.

Es war Zeit aufzubrechen und eine Straßenbahn zu besteigen, die uns über die Brücke nach Beuel brachte. Auf der „anderen“ Rheinseite gab es ein paar Gaffer und ein paar dumme Sprüche, egal, wir zogen weiter zum Rhein, machten noch ein paar Fotos und überquerten die Landungsbrücke zum chinesischen Restaurant.

Wir machten es uns gemütlich und nachdem die Getränke auf dem Tisch standen, zogen die ersten schon los zum Buffet. All you can eat, stand auf der Karte. Und los ging`s.
Nachdem die ersten Suppen und Vorspeisen vertilgt waren, stießen noch Sonja mit zwei Freundinnen zu unserer Gruppe.
Es wurde gegessen, getrunken und viel geredet. Draußen vor der Tür war die Raucherecke und dort sprach uns eine neugierige Hebamme an. Wir beantworteten brav ihre Fragen und natürlich bekam sie am Tisch auch einen Flyer von uns.
So verging die Zeit und auch die Bäuche waren wieder wohlgenährt. Bezahlen, verabschieden und ein kleiner Fußmarsch zum Bahnhof stand uns bevor.


Pünktlich fuhr der Zug um 23:18 Uhr in den Bahnhof ein und war gut gefüllt mit Fußballfans, die auch auf dem Heimweg ins Ruhrgebiet waren. Wir nahmen im Mehrzweckabteil des Zuges platz. Ein schlafender Fußballfan teilte das Abteil mit uns. Hinter der Glasscheibe wurde Dosenbier getrunken, geguckt und der ein oder andere Spruch verhallte im Raum. Ein nettes „Guten Abend Mädels“ konnte ich u.a. erhaschen. Also alles noch relativ harmlos und wir fuhren in Köln-Deutz ein, wo wir umsteigen mussten.

Circa 9 Minuten hatten wir Zeit bis unsere Regionalbahn nach Hause einfuhr. So konnten wir in Ruhe die Treppe hoch zu Gleis 1 steigen. Gitta und ich nisteten sich im Raucherbereich ein und auch Bernadette gesellte sich zu uns. Der Rest der Gruppe stand einige Meter von uns weg. An Gleis 2, also am selben Bahnsteig, fuhr der RE1 nach Hamm ein und ich wollte gerade noch erzählen, dass dies meistens der Zug zu meiner Arbeitsstätte ist, da passierte etwas, was erst einmal verdaut werden muss.

Von einer Gruppe Jugendlicher, die nicht weit von uns entfernt waren, flogen plötzlich Steine gegen den Zug und sie sprangen und traten gegen die Scheiben. Ich sagte noch: „Lass` uns mal zu unserer Gruppe gehen …“, da flogen die Türen auf. Zum Glück waren im Zug Uniformierte in voller Kampfesmontur, die versuchten die Meute zurück zu halten. Weiter vorne schien die Situation aber zu eskalieren, denn die Polizei hetzte nach vorne. Na klasse, denn jetzt stiegen doch fast alle auf den Bahnsteig, auch hinten und auf unserer Höhe, so dass wir quasi mittendrin waren in dem Tumult. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie wir uns in diesem Moment gefühlt haben, denn auch den Bahnsteig verlassen war nun nicht mehr möglich. Hydra beruhigte uns, denn sie hatte mitbekommen, dass auch Zivilpolizei darunter war. So blieben wir einfach so ruhig wie möglich und blieben vor allen Dingen an unserem Fleck. In dem Moment fuhr unsere Bahn ein, in der kaum jemand saß, auch keine Fußballfans. Beim Einsteigen hörten wir noch klirrendes Glas – die Türen gingen zu und der Zug fuhr ab.

Jede hatte die Situation etwas anders wahrgenommen und so gab es eine Menge Gesprächsstoff auf der letzten Etappe. Wir waren froh, dass wir gesund und ohne Kratzer aus dieser doch sehr brenzligen Lage gekommen waren.

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