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Grünkohlwandern 2011

Zu einer sehr schönen und langjährigen Tradition in Gruiten, Rheinland, gehört das Grünkohlwandern immer im Januar eines jeden Jahres.

Diesmal aber sollte einiges etwas anders sein als die Jahre davor, denn es waren u.a. Katja, Marina, Sabine und Xenia mit von der Partie. Entsprechend viele neugierige Blicke und Getuschel gab es am Treffplatz vor Beginn der Wanderung. Und richtig, die ersten kleinen Gespräche begannen an der ersten Brücke.

An jeder Brücke gab es einen „Boxenstop“ und es wurden „Kurze“ zum Aufwärmen verteilt. Dabei gab es natürlich Smalltalks und man kam sich näher. Während der Wanderung wechselten die Gesprächspartner/innen und es wurde auch viel gelacht.

Nach ca. 2 ½ Stunden trafen wir wieder am Ausgangspunkt ein. Alle warteten ungeduldig auf den Grünkohl und die deftigen Beilagen. Ich aber stand noch draußen und beantwortete brav die vielen Fragen über Transgender, Transsexualität usw. Durchgefroren begab ich mich schließlich auch in den Saal und nach kurzer Zeit wurde die deftige Speise aufgetischt. Gefrässiges Schweigen legte sich über den Saal.

Der neue DJ gab richtig Gas und es wurde ausgiebig getanzt und gefeiert. Die Raucherpausen draußen wurden genutzt uns mit Fragen zu bombardieren aber auch gemeinsam Erklärungen zu finden. Barrieren und Berührungsängste gingen mehr und mehr verloren und es gab auch viel Lob über unseren Mut, dass wir unsere Transsexualität ausleben, so wie wir damit umgehen und das Thema positiv in die Öffentlichkeit transportieren. Viele Flyer konnten wir wieder platzieren und auch das Interesse an unserer Plattform wecken.

Es war ein herrlicher Abend mit viel Akzeptanz, einer tollen Stimmung, viel Spaß und natürlich leckerem Essen. Gegen 1:30 Uhr endete dieses Event mit einer nicht so ganz alltäglichen Taxifahrt.

Die Zeichen stehen auf Grün, dass diese Tradition der Grünkohlwanderung noch weitere Jahre aufrecht erhalten bleibt.

Ich bin mir sicher, dass das Thema Transgender immer mehr in der Gesellschaft auf positives Interesse stößt und wir immer seltener belächelt werden. Die Öffentlichkeit wird immer sensibler für dieses Thema und versteht, dass es sich nicht um Fetisch handelt, sondern in uns steckt und ausgelebt werden muss, weil es sonst zu seelischen und körperlichen Problemen kommt!

LG
Xenia

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