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In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 03, 04, 05, 06 u. 07-2013

Zwischenzeitlich habe ich im März meine Steuererklärung ausgefüllt und abgeschickt. Im Formular habe ich Ehemann durch Ehefrau ersetzt und habe u.a. meine Kosten für die Personenstandsänderung und die Epilation angegeben.

Im April dann ist der Bescheid eingetrudelt und sieht folgendermaßen aus:

Identnr.: Ehemann
Identnr.: Ehefrau

An
Frau Xenia
Frau Ute
Strasse
PLZ Ort

Bruttogehalt Ehemann                Bruttogehalt Ehefrau
usw. usw.

-) Kapitalfreistellung 1.602 Euro für zusammen veranlagte Ehegatten
-) Erklärung nach Splittingtabelle
usw. usw.
Also alles wie vorher geblieben!

Die Kosten für die Personenstandsänderung (Gericht, Gutachter), erste Therapeutin (Eigene Kosten) und die Epilation wurden unter „Außergewöhnliche Belastungen“ anerkannt.

Jetzt muss nur noch das Formular/Softwareprogramm seitens der Ämter geändert werden, dann ist alles gut. 😉

Noch eine Woche bis zum Gesprächstermin in der Uni Essen.

Es ist der 29. April und meine Frau und ich fahren frühzeitig los um pünktlich zum Termin in der Uni Essen an zu kommen – 9:30 Uhr wurde ich bestellt.
Zum Glück war dann doch nicht so viel los auf den Autobahnen, so dass wir gegen 8:45 Uhr im Parkhaus standen um gleich darauf zur Anmeldung der Urologie zu gehen. Dort einen kurzen anonymen Test über die eigene Transsexualität ausgefüllt und nach nur wenigen Minuten wurden wir aufgerufen.
Wir besprachen meine Unterlagen und wie lange ich nun Hormone einnehme, in therapeutischer Begleitung bin, die Personenstandsänderung usw. Ich wurde über alles im Zusammenhang mit der GaOP aufgeklärt.

Vor der GaOP:
-) Zwei Wochen vorher kein Estradiol mehr einnehmen (wegen Trombosegefahr).
-) Ein Tag vorher Einweisung. Kurzer Checkup (Blutdruck, EKG, Narkosearzt, etc.), flüssige Nahrung, Schlafen – Schlafen – Schlafen.

Nach der GaOP:
-) Zirka 4 Tage Bettruhe
-) 14 Tage Krankenhausaufenthalt
-) 14 Tage Heimschläfer

Zirka 8 Wochen nach der GaOP:
-) Nach-OP und 1-2 Tage Krankenhausaufenthalt

Gegen 9:40 Uhr waren wir wieder draußen und gönnten uns noch eine Tasse Kaffee in der Cafeteria.
Jetzt komme ich auf die Warteliste und bekomme in den nächsten Tagen einen Anruf, wann es losgeht, d.h. wieder warten.

Aus den Tagen wurden Wochen, aber da war er, der Anruf aus der Verwaltung der Uni Essen. Am 2. September könnte ich eingeliefert werden, wollte dies aber noch mit meiner Firma besprechen, denn man fällt ja nun doch einige Zeit aus.

Nachdem dann in der Firma auch alles klar war, konnte ich den Termin telefonisch bestätigen und einige Tage später hatte ich auch die schriftliche Bestätigung der Klinik in den Händen.

Also am 02.09. ist es dann soweit und am darauf folgenden Tag werde ich in den OP-Saal geschoben. Natürlich habe ich Angst vor dem ganzen Drum und Dran. Aber meine Freude, dass bald alles vorbei ist, überwiegt mittlerweile, dank der Zeit die ich mir genommen habe und der Begleitung meiner Familie, meiner Freunde und der Therapie. Ich glaube es ist das i-Tüpfelchen eines langen Weges …

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