Aktuelle Artikel im Gendertreff Magazin

Sommer 2013 auf Borkum Teil 1

Invasion auf der Insel

Erlebt und geschrieben von Gitta

„Am Samstag, dem 29. Juni 2013 strandeten vier ausgelassene Damen auf der Insel Borkum.
Noch nicht ganz auf der Insel angekommen, stellten sie ihre Koffer unter einem Werbeplakat ab und stürmten das nächstgelegene Café am kleinen Inselbahnhof.
Nach dem Verzehr von mehreren Stücken Sanddorntorte besetzten sie ein ziemlich zentral gelegenes Ferienhaus in einer Seitenstraße in der Nähe des Südstrandes.
Der Besitzer dieses Hauses eilte mit einer Säge und einem großen Werkzeugkoffer herbei, da eine der Damen die Kofferschlüssel zu Hause vergessen hatte.
Ein unweit dieses Domizils gelegener Supermarkt witterte das Geschäft seines Lebens, als die Horde diesen erstürmte und sich mit den nötigen Lebensmitteln für den nächsten Tag versorgte und diese in die inzwischen ausgepackten Koffer verstaute.
Gegen Abend stöckelte die inzwischen etwas ruhiger gewordene Gruppe in Richtung Innenstadt und beschlagnahmte einen Tisch im Restaurant „Borkum-Riff“, in dem sie ausgiebig die Qualität der Küche testete. Nach dem Essen spazierten die vier Damen am Strand vorbei in das besetzte Haus und genoss dabei den wunderschönen Sonnenuntergang. Danach wurde es auf der Insel wieder ruhig, denn eine jede hat ihr Bett gefunden und schlief ruhig ein.
Doch die Ruhe währte nicht lange, denn schon am nächsten Morgen war zu beobachten, wie sich eine Frau, die auf den Namen „Rita“ hört, aus dem Haus herausschlich und zielstrebig die nächste Bäckerei anstrebte um sich und die anderen mit frischen Brötchen zu versorgen. In der Zwischenzeit waren auch die im Haus gebliebenen nicht untätig geblieben und hatten bereits Kaffee gekocht und pünktlich um 9:00 Uhr saßen alle wieder frisch und munter am Frühstückstisch. Nachdem sie das Haus wieder einigermaßen aufgeräumt hatten, erkundeten sie gemeinsam die Insel.“

Soweit die Pressemeldung der Tranny-Nachrichtenagentur, die am Sonntag Mittag mit der Überschrift „Invasion auf der Insel – Polizei im Großeinsatz“ in die Welt hinausging und für Schlagzeilen sorgte.

Auch Reporter Günni hörte in den Mittagsnachrichten diese Meldung. Er hatte nach seinem letzten Bericht wieder eine Stelle als Journalist gefunden und befand sich zu dieser Zeit auf dem Weg in Richtung Norden in seinen wohlverdienten Urlaub. „Naja, so schlimm kann es ja wohl nicht sein“ dachte er und ließ sich nicht von seinem Weg abbringen. Doch schon wenige Kilometer weiter änderte er seine Meinung. Was war passiert? Natürlich,  er erblickte vor sich auf der A 31 Gitta in ihrem Auto, die ebenfalls nach Norddeutschland unterwegs war und die nächste Raststätte ansteuerte. Im letzten Augenblick konnte er ihr folgen und beobachtete, wie sie mit ihrem Handy hantierte. Kaum als das Telefonat beendet war, startete Gitta wieder ihren Wagen und fuhr eilends weiter bis zur nächsten Ausfahrt in Richtung Holland. Nach einer Weile erreichten beide das Hafengelände von Eemshaven, von dort legte nämlich die Fähre nach Borkum ab. Und tatsächlich, Gitta parkte ihr Auto auf dem großen Parkplatz direkt neben einem Auto, das Günni ebenfalls bekannt vorkam. Ja klar, es war Xenia‘s Auto.  Sollten etwa Xenia und Hydra etwas mit den brisanten Nachrichten zu tun haben? Es war ja auch noch der Name Rita gefallen, also musste Frau Rita auch wieder mit dabei sein. Und war es ein Zufall, dass ausgerechnet Gitta nun auch hier war? Schlagartig war es also vorbei mit dem ruhigen Urlaub. Unser Reporter stellte ebenfalls sein Auto ab und folgte Gitta in die Wartehalle. Als der Schalter öffnete, sah er, wie diese sich eine Fahrkarte für die Fähre kaufte und buchte ebenfalls noch schnell. Bis zur Abfahrt war es noch etwas Zeit, er setzte sich auf die Terrasse, trank einen Kaffee und beobachtete, wie Gitta gemütlich durch das Hafengelände spazierte. Die Halle wurde immer voller und damit die Gefahr erkannt zu werden für unseren Reporter immer geringer. Die Fähre legte an, Gitta holte nun auch ihren Koffer aus dem Auto, begab sich auf das Schiff und ging geradewegs auf das Freideck, wo sie sich einen schönen Sitzplatz sicherte.
Nach etwa einer Stunde auf dem offenen Meer kam dann endlich der Hafen von Borkum in Sicht und das erste was auffiel, war das Polizeiaufgebot am Hafen.

Also war die Pressemeldung wohl doch nicht übertrieben und um größeres Unheil zu vermeiden wollten sie Gitta also bestimmt mit der nächsten Fähre wieder zurück schicken. Doch die Polizisten hatten nicht mit der weiblichen Raffinesse gerechnet, denn Gitta hatte natürlich ihre Freundinnen zum Hafen bestellt, die jetzt winkend an der Mauer direkt neben dem Polizeiwagen standen. Und tatsächlich schafften sie es, die Schlimmste von allen sicher an den Beamten vorbei zu schleusen und in die bereitstehende Inselbahn zu setzen. Diese setzte sich bald in Bewegung und in gemütlicher Fahrt ging es in Richtung Stadt Borkum.
Dort angekommen gingen sie in aller Ruhe zu ihrem Ferienhaus, die Polizisten hatten vorerst ihre Spur verloren. Die vier zeigten der Neuen jetzt das Haus, es war ein zweistöckiges Haus mit 4 Schlafzimmern, 2 Wohnzimmern, 2 Badezimmern und 1 Küche.

Gitta als älteste von allen durfte das untere Schlafzimmer beziehen, die oberen waren jeweils schon von Xenia und Hydra sowie Rita und Frau Rita belegt. Also war noch ein Zimmer frei, das wollte natürlich unser Reporter Günni für sich in Beschlag nehmen. Doch zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass sich dort schon Rita ausgebreitet und ihre Schminksachen überall verteilt hatte. Naja, es wäre ja auch zu gefährlich gewesen, direkt im Haus zu schlafen.

Nachdem Gitta sich frisch gemacht hatte, spazierten alle fünf jetzt in Richtung Innenstadt zum Abendessen. Sie wollten wieder in das Restaurant Borkum-Riff, was jedoch bis auf den letzten Platz besetzt war. Und was jetzt geschah, war selbst für einen erfahrenen Journalisten zu viel. Die Urlauberinnen setzten sich auf eine Bank gegenüber und schon kurze Zeit später winkte der Kellner sie aufgeregt herbei. Er hatte es wirklich geschafft, einen Tisch für die Damen frei zu machen, an dem diese es sich gemütlich machten. Nach dem Abendessen und einigen Cocktails später stand die Gruppe auf und ging am Strand vorbei in ihr Feriendomizil um noch einen letzten Absacker zu trinken und dann ins Bett zu fallen, nicht ohne vorher sorgfältig die Haustüre abzuschließen.

So ist nun mal das Reporterleben, Günni war ausgesperrt und musste wieder mal sehen, wo er blieb. Er inspizierte also die Terrasse und fand auf der einen Seite einen Strandkorb, der ihm allerdings zu auffällig war. Also schlich er ums Haus und fand auf der Rückseite einen mit einer Plane abgedeckten Bollerwagen, der auf Borkum zu jedem Ferienhaus dazu gehört. So konnte er also auch endlich einschlafen.

<< Zurück >> Weiter

<< Inhaltsverzeichnis