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Zufriedenheit mit der Mann-zu-Frau-geschlechtsangleichenden Operation

Ergebnisse einer retrospektiven Befragung

Satisfaction with male-to-female gender reassignment surgery—results of a retrospective analysis.
Dtsch Arztebl Int 2014; 111(47): 795-801; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0795
Hess, Jochen; Neto, Roberto Rossi; Panic, Leo; Rübben, Herbert; Senf, Wolfgang

Quelle: Ärzteblatt.de

 

Hintergrund: Die Häufigkeit der Geschlechtsidentitätsstörung lässt sich nur schwer erheben. Die Erfassung der Operationen und die Anzahl der Gerichtsverfahren nach dem Transsexuellengesetz bilden die Wirklichkeit nur schlecht ab. Es gibt nur wenige Studien, die untersuchen, wie zufrieden die Patientinnen mit der operativen Geschlechtsangleichung von Mann zu Frau sind.

Methode: Es wurden 254 konsekutive Patientinnen, die sich zwischen 2004 und 2010 einer geschlechtsangleichenden Operation von Mann zu Frau an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Essen unterzogen hatten, retrospektiv befragt. Der Fragebogen umfasste Fragen zur postoperativen subjektiven Zufriedenheit.

Ergebnisse: Es konnten 119 Fragebögen (Rücklauf 46,9 %) nach durchschnittlich 5,05 Jahren (Standardabweichung [SD]: 1,61 Jahre, Bereich 1–7 Jahre) ausgewertet werden. Für 90,2 % der operierten Patientinnen hatten sich nach der Operation die Erwartungen an das Leben als Frau erfüllt. In der eigenen Empfindung sahen sich 85,4 % als Frauen. Mit dem äußeren Erscheinungsbild als Frau waren 61,2 % zufrieden und 26,2 % sehr zufrieden. 37,6 % waren mit dem funktionellen Ergebnis zufrieden und 34,4 % sehr zufrieden. Ferner gaben 65,7 % an, mit dem gegenwärtigen Leben zufrieden zu sein.

Schlussfolgerungen: Die sehr hohen subjektiven Zufriedenheitsraten sowie die operativen Ergebnisse legen einen Nutzen der geschlechtsangleichenden Operation nahe. Die geringe Rücklaufquote von unter 50 % erfordert eine zurückhaltende Interpretation der Ergebnisse.

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