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Karneval am Rhein 2015

Wieder einmal war der Terminkalender zum diesjährigen Karneval prall gefüllt. Einige hatten sich zum Weiberkarneval nach Mettmann verabredet und berichteten von einem schönen und stimmungsvollen Abend. Meine Frau und ich steckten in Renovierungsarbeiten und konnten an diesem Tag nicht dabei sein.

 

Am Freitag trafen sich Rita und Gidion um in der Düsseldorfer Altstadt ausgiebig zu feiern. Rita berichtet:

Gidion und ich hatten am Karnevalsfreitag einen schönen Abend in der Altstadt geplant.
Nach einem Besuch bei unserem Lieblingsitaliener sind wir mit der S-Bahn nach Düsseldorf gefahren. Und dann mit der U-Bahn vom Hbf in die Altstadt. Auf dem Weg zur Altstadt hatten wir schon viel Spaß. Es wurde viel gelacht und mit wildfremden Menschen gesprochen. Gidion konnte es kaum abwarten, irgendwo reinzugehen. Gut, wir sind in das nächste Lokal hinein. Natürlich wurden wir am Eingang gefilzt wie Schwerverbrecher. Die hatten wohl Angst, dass einige Leute ihre Getränke selber mitbringen. Die sehr nervös scheinenden Türsteher versuchten mit überhasteten und plumpen Äußerungen den Ansturm auf diese Disco in den Griff zu bekommen. Wir gingen in die 2.Etage und bestellten uns etwas zu trinken. Ich fand das schon komisch, dass alle Flaschen gleich aussahen, nur die Beschriftung war anders. Mit unseren Drinks stürzten wir uns ins Getümmel. Wir hatten sehr viele Gespräche und tanzten vergnügt.

Nach einer Weile wollten wir woanders hin und gingen eine Etage tiefer. Dort hatten wir aber nicht die Gelegenheit die Disco zu verlassen. Wir wurden angesprochen und hatten wieder viel Spaß. Naja, man muss auch mal auf die Toilette. Ich habe mir nichts dabei gedacht und bin wie sonst auch immer auf die Damentoilette gegangen. Die ersten beiden Male war es auch kein Problem. Der dunkelhäutige Toilettenmann freute sich jedes Mal über mein Trinkgeld.

Irgendwann musste ich wieder dahin. Als ich die Tür auf der Damentoilette schloss, bollerte es gegen die Tür. Ich sollte sofort die Tür aufmachen. Ich bat um etwas Geduld. Dann schloss ich die Türe auf und es ging richtig los. Ich werde das, was die hoffnungslos überforderten Türsteher zu mir sagten, auf jeden Fall entschärfen, denn ich werde mich nicht auf die gleiche Stufe wie diese Türsteher stellen. Die beiden führten mich raus und fragten, was ich da zu suchen hatte. Ich versuchte zu erklären was ich bin, und wollte ihnen meinen Ausweis zeigen. Das einzige was die interessierte war aber, ob ich etwas zwischen meinen Beinen habe. Meinen Hinweis, dass die das nichts angehen würde und ich meinen Ausweis zeigen wollte, interessierte die auch nicht. Als ich den Toilettenmann fragte, warum er mich denn angelächelt hatte, als er mein Trinkgeld von dem Teller einsteckte, sagte er, er hätte mich noch nie gesehen.
Einer der Türsteher verlangte dann, ich sollte endlich sagen, ob ich da was hängen habe. Ich sagte nur ich hätte gerne seinen Namen und das die Polizei kommt. Plötzlich nahmen die beiden mich in die Mitte und führten mich aus der Disco. Gidion kam nach einiger Zeit raus zu mir und gab mir meinen Mantel. Einige Frauen, die das mitbekommen hatten, folgten mir. Draußen neben dem Eingang gab es sehr viele tröstende Worte und Gespräche, sehr zum Unbehagen der völlig überforderten Türsteher.

Nach viele Gesprächen draußen, merkten wir das um 3.00 Uhr unser Zug fährt. Wir verabschiedeten uns und fuhren nach Hause. Es wurde auch Zeit, denn wir hatten nur 3 Stunden Zeit zum Schlafen und wir wollten früh raus, um den folgenden Tag ohne Stress zu bewältigen. Eigentlich kann man sich ja denken, dass bei Karneval sowas passieren kann. Ich werde auf jeden Fall das Personal bei Karneval vorher fragen, ob ich die Toilette benutzen darf und wenn nicht dann geh ich Karneval woanders hin.

Rita

 

Am Karnevalssamstag dann wurde in Rita`s Partykeller gefeiert.

 

Karneval

 

Sabine hatte wieder für das leibliche Wohl gesorgt und ein tolles Buffet gezaubert. Sabrina versorgte alle mit Getränken und ich versuchte mich mal wieder als DJ. Scheinbar war es laut diverser Lobesbekundungen gar nicht so schlecht. Über vier Stunden war die Tanzfläche gut besucht und die Stimmung war Spitze. 🙂

 

Sonntag kamen wieder viele zum Selbsthilfetreffen nach Düsseldorf zusammen um bei Kaffee und Kuchen interessante Gespräche zu führen und aber auch gute Laune zu verbreiten. Einige hatten sich nett verkleidet, denn so oft fällt das Selbsthilfetreffen nicht auf Karneval.

 

Karneval

 

Einige zogen danach noch durch die „Gemeinde“. 🙂

 

Rosenmontag trafen wir uns um mit dem Bus nach Hilden zu fahren. Wir schauten uns den „Zoch“ an, feierten und tanzten wieder den ganzen Nachmittag und aßen leckere griechische Spezialitäten. Ein schöner Abschluss der dollen Tage ging am frühen Abend zu Ende.

 

Karneval

Karneval

 

Es war ein gelungener, schöner und närrischer Karneval. Auch das Wetter spielte mit Sonnenschein und blauem Himmel mit, wenn da nicht doch eine schwarze Wolke am Firmament aufgezogen wäre.

Die Begebenheit in der Düsseldorfer Altstadt war natürlich nicht nur eine unschöne Situation, sondern auch Diskriminierend. Es machte auch keinen Sinn an so einem Tag das Thema „Transgender“ zu erwähnen. Den Sicherheits- und Ordnungskräften ist an so einem Tag nicht mal ein Vorwurf zu machen, denn sie müssen u.a. auch darauf achten, dass keine „Spanner“ auf der Damentoilette verschwinden. Sie hatten leider nur den männlichen „Migrationshintergrund“ wahrgenommen und so die Situation für uns falsch, aus ihrer Sicht richtig eingeschätzt. Es war dennoch für alle Beteiligten eine peinliche Situation, besonders die Vorgehensweise der Sicherheitskräfte war Diskussionswürdig und Beschämend.

 

Der Karneval macht solche Situationen nicht gerade einfach, aber wir würden uns wünschen, dass die Ordnungskräfte auch dahin gehend geschult werden. Es muss zu Mindes möglich sein, die Situation durch den Personalausweis und/oder dgti-Ausweis zu entkräften und Unklarheiten zu beseitigen.

 

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