Aktuelle Artikel im Gendertreff Magazin

Die ersten vierzehn Tage am Arbeitsplatz und dann……

Autorin: Joselle

Eigentlich wollte ich hier über die ersten 14 Tage im Job berichten, muss aber noch etwas hinten dran hängen….

Der erste Arbeitstag war voller Spannung nicht nur von mir sondern auch von meinen Kolleginnen erwartet worden. Was zieht Josi an, wie ist sie geschminkt usw. Ich habe mich für was Dezentes entschieden. Hose, Bluse, flache Stiefel und ein dezentes Make-Up. So war auch der ursprüngliche Plan. Den habe ich in die Tat umgesetzt.

Ich bekam viele Glückwünsche per Mail, Brief, Karte und per Telefon überreicht. Selbst die Mandanten mit denen ich vorher kein persönliches Gespräch führen konnte und ich nun Beratungstermine vereinbart habe, kommen mit der neuen Situation sehr gut klar. Den Kolleginnen flutschte zwar das ein oder andere mal der männliche Name über den Mund, trifft mich aber nicht, da es ja für die meisten auch sechs Jahre der männliche Arbeitskollege war.

Lediglich das Prozedere wenn ich nach Hause komme, hat sich geändert. Habe ich mich am Freitagnachmittag nach der Arbeit für das Wochenende gestylt, schminke ich mich nun ab, wenn ich nach Hause komme. Auch das Zeitmanagement habe ich fest im Griff. Je nach Terminen arbeite ich mittlerweile mit einer getönten Tagescreme oder wenn der Tag länger wird, mit einer guten Grundierung. Es fühlte sich so an, als wäre ich nie als Mann arbeiten gegangen.

Die dritte Woche (und es soll ja diese Woche wärmer werden) hatte ich schon fest mit Röcken eingeplant.

Aber:

Am Sonntagabend bin ich gestürzt 🙁 , d.h. mit dem linken Bein nach vorne weggerutscht, das linke Bein und Knie kamen nicht nach und habe wahrscheinlich die Bänder in der Kniescheibe gerissen. Ich ins Krankenhaus ohne Tatütata gefahren worden, mittlerweile vor Schmerz geheult und sah durch die verschmierte Mascara aus, wie aus einem Horrorfilm. Im Krankenhaus konnte die Diagnose nicht endgültig gestellt werden, so dass ich am Montag beim Unfallarzt mit angeschlossener Radiologie vorstellig wurde.

Die zweite Meinung geht von keinem Riss aus. Endgültig wird das das MRT am kommenden Samstag klären, mit anschließendem Montag wo das Beratungsgespräch stattfindet.

Was ziehe ich nur an, habe ich mich gefragt. Ich trage mittlerweile eine Beinschiene zur Fixierung der Kniescheibe und hatte mich für die Jogginghose mit Rollkragen entschieden.
Nur die Lippen geschminkt, da ich fast keinen Bartschatten mehr habe. Für alle Fälle hatte ich meine erst vor zwei Wochen gestochenen Ohrstecker entfernt und heute Morgen gehen diese schon nicht mehr durch, hm. Ich wurde nach kurzer Aufklärung auch als Frau W. aufgerufen und alles war innerlich erst einmal gut.

Auf dem nach Hause weg noch schnell eine kurze Übergabe im Büro gemacht und den Rest der Zeit auf dem Sofa verbracht. Mit ist jetzt schon langweilig, auch weil ich gerade zwei Wochen Influenza hinter mir habe. Zum Glück kann ich über meinen PC ein paar Sachen fürs Büro erledigen. Aber nur Stundenweise die wichtigsten E-Mails usw.

So, dass war das neueste von mir und jetzt heißt es wieder Geduldig sein, warten warten und nochmals warten.

Bis die ersten Schritte wieder richtig gehen, das dauert. Aber es gibt ja auch schöne Ballerinas 😉

Liebe Grüße wünscht

Joselle

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