Aktuelle Artikel im Gendertreff Magazin

Adrians erster CSD

Autor: Adrian

 

Am Samstag habe ich also einen Ausflug in dieses Dorf mit „D“ gemacht, um als Gendertreff-Quotenmann bei der Demo dabei zu sein.

Kaum hatte ich den Gendertreff-Stand am Johannes-Rau-Platz vom Bahnhof aus erreicht, ging es auch schon wieder los zum Aufstellbereich in der Nähe des … ja, Bahnhofs. Seufz. Bewaffnet mit Bollerwagen, Transparent und Flyern fanden wir nach kurzer Verwirrung einen Platz zwischen der Fußgruppe von SCHLAU und dem Wagen der KG Regenbogen. Damit waren wir in guter Gesellschaft. Mit etwas Verspätung ging es um 14:15 los und wir zogen gemächlich (mit viel Stop und Go) durch die Düsseldorfer Innenstadt.

Es war beim CSD mein erstes Mal „auf der anderen Seite“ und gefühlt waren in jedem Moment 100 Kameras und Handys auf uns gerichtet. Für jemanden, der Kameras sonst meidet wie die Pest schon eine ganz schöne Herausforderung. Insofern hab ich mich auch vor noch mehr Rampenlicht (Transparent tragen, Wägelchen ziehen, Flyer verteilen) gedrückt und bin einfach nur „mitgelaufen“. In Sachen Flyer verteilen hätte ich auch mit Ava und Renate nicht mithalten können. Waaaahnsinn, wie die die Zuschauer_innen aufgemischt haben . Ava war mit ihrem Apfelkleid ein echter Hingucker, und Renate konnte man immer schön mithilfe des gelben Ballons ausfindig machen, der ihr auf Schritt und Tritt folgte (weil sie ihn an ihrem Kragen festgemacht hatte).

Die Blicke der Leute: von fröhlich und interessiert bis hin zu skeptisch oder belustigt — es war, wie zu erwarten, alles dabei. Besonders nett war es auf der Kö, da war natürlich an einem Samstagnachmittag ordentlich was los und wir sind direkt an den Geschäften vorbei in Richtung Altstadt spaziert. Auf dem Streckenabschnitt hatte man den Eindruck, dass auch am Straßenrand etwas „Partyfeeling“ aufkam. Kurz bevor wir das Rheinufer erreichten, ließ das Wetter nach und es wurde windig und kühl. So zog sich der letzte Kilometer ziemlich. Ich war jedenfalls froh, als wir gegen 16:30 endlich in die „Arena“ einzogen, wo jede Gruppe noch mal namentlich begrüßt wurde. Die Stimmung war klasse!

CSD-DUS15

Ich habe noch eine kurze Stippvisite am Stand gemacht und bin dann aber bald zum Bahnhof aufgebrochen, um meinen Zug zurück in mein Dorf zu erwischen. Das war dann das dritte Mal, dass ich diese Strecke an dem Tag gegangen bin und mittlerweile taten mir ganz schön die Füße weh — bin ich froh, dass ich keine Absätze trage. Ich weiß nicht, wie lang die Demo-Route war, aber ich bin an dem Tag sicher 10 km über den Asphalt getigert (allein 6 km zwischen Bahnhof und Straßenfest). Nächstes Mal bringe ich mein Fahrrad mit.

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