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Gendertreff Vereinsgründung

Der Gendertreff ist nun ein Verein

Es ist Samstag, der 11. Nov. 2017. Bei wolkenverhangenem Himmel und leichtem Regen strömen an diesem Nachmittag immer mehr Menschen in ein Gebäude in Haan-Gruiten, das schon so manche gute Party erlebt hat.

Doch diesmal ist etwas anders: Denn an diesem Tag sind jede Menge Stühle um einen Konferenztisch gruppiert. Es herrscht hektisches Treiben, ein Laptop wird an den Beamer angeschlossen. Akten liegen auf dem Tisch und alle Teilnehmer haben ein Programm mit Tagesordnungspunkten vor sich liegen.

Denn an diesem 11.11. im Jahr 2017 wird nicht etwa wie so oft im Rheinland üblich die fünfte Jahreszeit eingeleitet. Und ja, obwohl es im Anschluss etwas zu Feiern gibt, wird an diesem Samstagnachmittag erst einmal gearbeitet. Denn hier treffen sich 16 Trans*-Personen und Angehörige, um einen Verein zu gründen. Am Ende der Sitzung ist es dann geschafft: Der Gendertreff ist Gendertreff e.V.

Gut, zugegeben: Zunächst heißt es korrekterweise Gendertreff e.V. i.Gr. – also „eingetragener Verein in Gründung“. Denn zunächst muss ein Verein ja erst einmal gegründet werden, um ihn dann eintragen zu lassen. Unsere Vereinsgründung hatten wir seit Monaten vorbereitet und so ging es dann auch zügig, sachlich und professionell an die Arbeit. Denn wie es sich gehört, mussten ja eine ganze Menge Tagesordnungspunkte abgearbeitet werden.

Die wichtigsten Tagesordnungspunkte sind dabei sicherlich die Verabschiedung der Vereinssatzung, die Wahl des Vorstands, die Verabschiedung der Vereinsordnung sowie die Verabschiedung der Beitragsordnung. Knapp drei Stunden später war es dann geschafft und es gab in der Tat etwas zu Feiern: Die Vereinsgründung des Gendertreff.

Am Montag, 13.11.2017 gehen die Gründungsdokumente zum Notar und zum Finanzamt, damit aus dem eingetragenen Verein in Gründung dann auch ein richtiger eingetragener Verein wird. Dann erfolgen die Eintragung ins Vereinsregister und die endgültige formale Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

Warum ein Verein?

Dreizehn Jahre nach seiner Gründung war es notwendig geworden, dem Gendertreff eine neue Struktur zu geben. Denn aus den bescheidenen Anfängen ist im Laufe der Jahre eine ansehnliche Trans*- und Selbsthilfe-Organisation für Trans*-Menschen und ihre Angehörigen geworden. Gleich mehrere Webseiten mit vielen Informationen, ein Internet-Forum, Selbsthilfetreffen in diversen Städten Deutschlands, zahllose Aktionen im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt auch die Gendertreff Messe & Fachtagung bedeuteten auch, immer mehr Verantwortung zu tragen und auch ein immer größer werdendes Budget zu verwalten. Und auch in Bezug auf Fördergelder oder Spenden bzw. die Vergabe von Spendenquittungen wird unsere Arbeit in Zukunft an dieser Stelle einfacher.

Nach den Erfahrungen im Rahmen unserer politischen Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit war es uns zudem auch wichtig, durch eine Vereinsstruktur unserem Anliegen Nachdruck geben zu können. Dabei kam uns natürlich zugute, dass wir bereits seit Jahren letztlich wie in einer Vereinsstruktur gearbeitet haben. In der Art und Weise, wie alle Mitglieder des Gendertreff-Teams zusammenarbeiten, wird sich also nicht viel ändern.

Und dann doch noch eine Feier

Wir wären nicht der Gendertreff, wenn wir unsere Vereinsgründung nicht noch mit einer kleinen Feier verbunden hätten. Denn wer arbeitet, muss ja am Ende des Tages auch etwas davon haben. 😉

Unsere Kulinarik-Expertin Powerlady Sabine überraschte uns mit einer Gendertreff-Gründungs-Torte. Wie es sich gehört, kam diese aber tatsächlich erst nach der Sitzung zur Vereinsgründung auf den Tisch. Denn das Sprichwort heißt ja: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Selbstverständlich haben wir auch noch ein Foto der bei der Vereinsgründung anwesenden Personen gemacht. Nur Ayden fehlt auf dem Foto, denn er hat auf den Auslöser gedrückt. 😉

Danach gab es noch eine kleine Feier. Und der nun frischgebackene Verein Gendertreff freut sich auf viele weitere Jahre Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit für transidente Menschen und ihre Angehörigen. Wir haben noch viele Ideen für die Zukunft – und dabei wird uns unser Verein die Arbeit künftig erheblich erleichtern. Wir freuen uns schon auf die kommenden Aufgaben. 🙂

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