Aktuelle Artikel im Gendertreff Magazin

Erlebnis vor der Waschstraße

Autorin: Hanna

 

Hallo Ihr Lieben,

die Geschichte ist so grandios, die muss ich mit euch teilen!

ich habe mich selten so aufgeregt wie vorhin! Gleichzeitig habe ich aber auch selten so gelacht und mich ebenso selten dermaßen diebisch gefreut wie eben…

Also, ich hatte heute wirklich einen tollen Tag, ich war mit einer Freundin und Kollegin frühstücken und hinterher noch ein bisschen shoppen. Das hatte uns beiden so gut gefallen, das wollen und werden wir in Zukunft öfter machen. Dementsprechend gut war auch meine Laune auf dem Nach-Hause-Weg. Kurzentschlossen bin ich dann „noch schnell“ Auto waschen gefahren, meine geliebte Cassy war doch sehr salzig und davon wollte ich sie befreien. Das sollte dann dafür sorgen, dass meine gute Laune sehr schlagartig verflogen ist.

Also an die Tanke, Waschkarte gekauft und in die Schlange (ca. 5 Autos) gestellt. Wie das ebenso ist, pro Auto mindestens 5 Minuten Wartezeit und man bewegt sich nur ruckweise vorwärts. Beim 2. Auto, das in die Waschanlage fuhr, dachte ich mir „das lohnt nicht, für diese 5 Meter den Motor an und wieder aus zu machen, warte einfach noch ein bisschen“. Also, nur zur Verdeutlichung: es war eine Schlange vor der Waschanlage und vor mir war also nun Platz für 1 Auto, da ich ja nicht aufgeschlossen hatte. Plötzlich scherte einer hinter mir aus der Reihe aus und setzte sich vor mich. Ich glaube, ich habe wohl selten so dämlich geguckt, wie in diesem Augenblick und dachte echt, ich träume! Ich also raus aus dem Auto, bei diesem Menschen an die Scheibe geklopft (es saßen Vater, Mutter und Sohn im Auto) und ihn gefragt, ob das jetzt sein Ernst sei. Er meinte dann, ob ich denn auch im Straßenverkehr mit dem Handy spielen würde und nicht aufpassen würde. Das wurde irgendwie immer surrealer für mich und ich wurde richtig, richtig sauer und sagte ihm, wenn er tatsächlich jetzt vor mir in die Waschanlage fahren würde, dann würde ich die Polizei rufen. Er lachte nur und meinte „und wegen was wollen Sie mich anzeigen?“ Ich war dann plötzlich gar nicht mehr damenhaft und habe ihm unter anderem auch deftige Schimpfwörter an den Kopf geknallt und seine neben ihm sitzende Frau gefragt, ob sie denn jetzt wohl stolz auf ihren Mann wäre!? Von Solidarität unter Frauen, auf die ich irgendwie gehofft hatte, aber keine Spur, sie grinste nur und sagte kein Wort.

Ihr könnt euch vorstellen, wie geladen ich war, gell!?
Ich bin also wieder ins Auto und habe dann wirklich bei der Polizei angerufen um das abzuklären, was ich mir schon gedacht habe: Ja, das sei in der Tat eine Riesen-Unverschämtheit, aber keine Sache für die Polizei… Ich dankte dann dem netten Polizisten wenigstens dafür, dass ich zumindest meinen Frust und meine Wut bei ihm abladen durfte und legte auf. Wie gesagt, hatte ich mir ja auch schon gedacht…

Jetzt wird’s aber richtig lustig: Zwischenzeitlich hatte sich die Schlange wieder weiterbewegt und der Autofahrer vor dem erwähnten, so gar nicht netten Mitmenschen, machte es so wie ich vorher: er blieb einfach stehen, so dass vor ihm nun auch eine Lücke war. Und da kam mir die Idee:

Zuerst mal bin ich meinem besagtem Vordermann so sehr hinten aufgefahren, dass er praktisch keine Chance mehr hatte, aus dieser Lücke rauszukommen, da er selber bei seinem Vordermann Stoßstange an Stoßstange stand. Dann bin ich ganz gemütlich ausgestiegen und habe dem netten Autofahrer vor dem A…. gefragt, ob er das denn eben mitbekommen hätte. Er sagte, ja, am Rande, er hätte jedenfalls gemerkt wie ich rumgeschrien hätte. Ich ihm also nochmals -in aller Ruhe- die Sachlage dargelegt und ihn gebeten, ob er mich denn vorlassen würde, denn ich würde echt Magengeschwüre kriegen, wenn dieses A….. mit der Nummer durchkommen würde. Er grinste, und hat zugestimmt. Ich also wieder zurück in mein Auto und musste ja an dem A….. vorbei, der wohl mittlerweile auch geschnallt hat, was ich vorhabe, denn er hatte den Motor seines Wagens angemacht. Ich dachte mir nur „Danke für die Vorwarnung“ und bin dann deswegen in Minischritten, (wie bei einer ganz engen Parklücke) hinter ihm raus, so dass er überhaupt keine Chance hatte, sein Auto zu bewegen und ich dann fix in die besagte Lücke rein. Und ihr glaubt nicht, was jetzt passierte. Die Beifahrerin macht ihre Scheibe runter und brüllte „Du kleine V…., du Schla…., du Nutte“ und so weiter und so weiter…

Ich saß nur grinsend und feixend in meinem Auto und habe mich geradezu diebisch gefreut! Und irgendwie habe ich in diesem Zusammenhang Ihre Schimpfworte viel eher als Kompliment gesehen und dachte mir beim ein oder anderen, „Nee, noch nicht, aber sehr bald“ Wenn Sie das auch noch gewusst hätte, wäre sie wahrscheinlich geplatzt…
Jedenfalls sind A…… mit Familie dann ein paar Minuten später rückwärts aus der Schlange ausgeschert und waren wutschnauben verschwunden.

Liebe Grüße von einer immer noch grinsenden und feixenden Hanna

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