Aktuelle Artikel im Gendertreff Magazin

In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 02 u. 03-2014

Autorin: Xenia

Nun hatte meine letzte Stunde geschlagen. Am Montag war meine letzte Therapiestunde und wir ließen die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren. Ich erzählte von meinen Operationen, den damit verbundenen Schwierigkeiten und das ich meinen „Abschluss“ zurzeit nicht so richtig genießen kann. Wir kamen aber gemeinsam zu dem Schluss, wie schon die Wochen vorher, dass ich keine weitere Begleitung mehr benötige. So ging die Stunde schnell vorbei und wir verabschiedeten uns voneinander nicht ohne uns alles Gute für die Zukunft zu wünschen.

Warum kann ich meinen „Umbau“ unterhalb der Gürtellinie nicht so richtig genießen? Die Infektion will noch nicht weichen und auch der Druckschmerz ist noch Präsent, aber es ist die letzten Tage bereits wesentlich besser geworden. Die Behandlung der Frauenärztin, die Pflege und das Antibiotika wird es hoffentlich richten, so dass ich bald wieder Arbeiten gehen und am alltäglichen Leben teilnehmen kann. So heißt es weiter schonen, die Wohnzimmerdecke anschauen und mal sehen wie am Freitag der Befund aussieht.

Die letzte Krankmeldung ist auf den Weg gebracht, d.h. dass ich wieder auf die Menschheit los gelassen werde und am Mittwoch wieder Arbeiten gehen darf/kann.
Die Gynäkologin ist zufrieden mit dem Ergebnis und ich soll noch die letzten Antibiotika einnehmen, bis die Packung leer ist. Ich bin auch zufrieden und fühle mich schon wieder besser, aber natürlich wird mein Sitzring für ein paar Tage noch mein ständiger Begleiter sein. Mit Baden muss ich auch noch warten, aber Hauptsache wieder vernünftig duschen.

So sind es diesmal auch schon wieder 35 Tage, inkl. Krankenhausaufenthalt, bis ich wieder Arbeiten gehen kann. Im Sep/Okt 2013 waren es ca. 45 Tage ab dem ersten Tag der Krankenhauseinlieferung.

Und schon sind die ersten drei Arbeitstage in der Firma wieder vorbei und es ist Wochenende. Abends nach Feierabend war ich froh wieder auf der Couch zu liegen, denn das Sitzen strengt doch noch an. Ansonsten keine Blutungen mehr und es wird von Tag zu Tag besser – wie aus dem Lehrbuch.

Februar/März:

Ich benötige meinen ständigen Begleiter nicht mehr und nun ist endgültig die Luft aus meinem Sitzring.
Die Frauenärztin bestätigte mir, dass ich wieder alles machen könne, Baden, Schwimmen gehen, Sport treiben usw. Na ja, auf das Fahrradfahren werde ich wohl noch ein paar Wochen verzichten.

Auch das funktioniert jetzt.

Nun kann ich mich, ca. 6 Monaten nach der 1. Sitzung der GaOP (und davon ca. 2 Monaten nach der 2. Sitzung der GaOP), auf das neue Leben stürzen und es genießen …

 

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