Aktuelle Artikel im Gendertreff Magazin

In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 2-2012

Immer mehr gewöhnen sich an die neue Situation, was man unter anderem daran erkennt, dass sich mein soziales Umfeld ändert und ich immer mehr als Frau wahrgenommen werde.

Am Montag, 6.2. fahre ich nach Essen um den Termin um 11:00 Uhr bei dem zweiten Gutachter wahr zu nehmen. Der nach ca. 2h Frage und Antwort auch vorüber ist. Er konnte mir auf meine Frage nach seiner Einschätzung, ein klares 64.0 nach dem Diagnoseschlüssel entgegen schmettern und wünschte mir für die Zukunft alles Gute. Spätestens Ende Februar sollte sein Gutachten dem Amtsgericht vorliegen, so dass ich tatsächlich im März mit dem endgültigen Richterspruch rechnen kann.

Interessant war noch zu erfahren, dass bei diesem einen Gutachter vor ca. 5-6 Jahren ca. 8 Anträge auf Personenstandsänderung im Jahr vorlagen. Jetzt gibt es so viele Anträge im Monat. Wir vermuteten zum einen die Gesetzesänderung, die Aufklärung in der Gesellschaft aber natürlich auch, dass sich immer mehr trauen. Ganz entscheidend sind da natürlich die Plattformen im Internet, wie z.B. der Gendertreff , mit ihrem Erfahrungsaustausch und Informationen und auch die Selbsthilfegruppen, die durch viele Freiwillige und Ehrenamtliche  geführt werden.

Beiden Gutachtern gefiel die Tatsache, des reiflichen Überlegens, der kleinen eigenen Alltagstests, die eigene Seele mitzunehmen,  sein Umfeld nicht vor den Kopf zu stoßen und auch die Entwicklung mit erleben zu lassen. Kurzum allen die Zeit zu geben mit der Situation fertig zu werden.

Die Gefühle fahren Achterbahn – ein auf und ab. Die Krankenkasse ist diesmal wieder das Problem, weil sie die Bartepilation nicht bezahlen will. Das Studio mit all den Urkunden, Ausbildungen und modernen Geräten wird von der Kasse nicht akzeptiert. Also weiter suchen.

Neues aus der Firma: Heute habe ich, bzw. unsere Abteilung, Besuch aus USA bekommen um über eine Zusammenarbeit auf einem Teilgebiet nach zu denken. Sie war aus Los Angeles und er aus Atlanta, naja und ich habe sie durch den Tag begleitet. Also kein Problem mit Geschäftspartnern, Lieferanten, Kunden usw.

Ich halte das erste Gutachten in den Händen. Viel Persönliches auf 12 Seiten Papier mit der Diagnose F64.0 – Transsexualismus.
Und auch das zweite Gutachten ist eingetroffen. Diagnose F64.0 – Transsexualismus auf 18 Seiten.

Eine schöne Begebenheit am Rande. Heute war ich auf einem Seminar für Kommunikation, Ausbildung, Motivation u.ä. und es wurde ein „Opfer“ für ein Rollenspiel gesucht und gefunden. Ich sollte eine Auszubildende spielen und stand dann mit meinem „Ausbilder“ vor einer 10-Köpfigen Gruppe. Diskriminierung oder Probleme? Fehlanzeige!

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