Aktuelle Artikel im Gendertreff Magazin

In kleinen Schritten, mein Weg zum Ich: 11 u. 12-2013

Autorin: Xenia

Am 14.11. hatte ich meinen ersten „sitzringfreien Tag“  mit Arbeit, Freizeit und Arztbesuch (Lange Wartezeit) und es ging wunderbar. Es war aber immer noch tagesformabhängig, so dass es ein Tag später, wieder auch mit Sitzring doof war. Zwischendurch musste ich immer mal wieder zu einer leichten Schmerztablette greifen. Aber insgesamt wurde es immer besser auch der „Phantomschmerz“ klang immer mehr ab und auch die Körperhaare schienen sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Zwischendurch spielten die Gefühle immer mal wieder Achterbahn, aber Kolleginnen in der Firma und auch bei einer Untersuchung, die Betriebsärztin, sagten mir, dass ich jetzt ein glückliches Glitzern/Strahlen in den Augen hätte —  — Okaaaayyyyyyy……..

Der Endokrinologe nahm sich zu meinem jährlichen Termin richtig viel Zeit. Er wollte nicht nur wissen wie es mir geht, sondern erkundigte sich sehr interessiert auch nach unserer SHG-Arbeit – dem Gendertreff. Zusätzlich notierte er sich die Uni Essen als mögliche Anlaufstelle für GaOPs, denn die kannte er noch nicht.
Bei dem Gespräch über unseren Job-Flyer ließ er durchsickern, dass auch Manager und Vorgesetzte zu den „Patienten“ gehören. Da passt doch die neueste Studie, dass jeder 1000. Mann-zu-Frau (MzF) und jede 2000. Frau-zu-Mann (FzM) ist.

Bei meiner Hormondosis von 4mg/Tag werde ich erst einmal bleiben, durfte aber nicht vergessen, wegen der Thrombosegefahr, zwei Wochen vor der zweiten OP zu pausieren.

Seit Ende November brauchte ich tatsächlich keinen „Sitzdonut“ mehr und nahm ihn auch nicht mehr mit. Allerdings gab es mal angenehme und mal unangenehme „Sitztage“. Ansonsten schritt der Heilungsprozess weiter voran, was auch durch 2-tägiges „Einbalsamieren“ unterstützt wurde. Endlich konnte ich auch wieder normale Duschseife verwenden.

Anfang Dezember kam ich auf die Idee mir mal eine Geburtsurkunde schicken zu lassen und so nahm ich Kontakt mit dem zuständigen Standesamt auf. Nur zwei Tage später hielt ich sie in der Hand und beim Lesen kam mir noch einmal ein Glücksgefühl hoch, denn dort stand nun neben meinen Eltern als Name „Xenia“ und Geschlecht „Weiblich“.

Endlich ging es wieder mit der Reduzierung der Hormondosis los. Das sollte heißen, dass es in 17 Tagen los geht zur zweiten Operation und das Leben mit der „Baustelle“ ein Ende hat. 14 Tage vorher dann die Reduzierung auf 0mg, wegen der Thrombosegefahr.

Silvester haben sich wir beiden Freundinnen (Meine Frau und ich) entschieden ins Capitol nach Düsseldorf zu gehen um sich das Stück „Irish Celtic“ anzusehen. Es war ein wunderschönes Erlebnis bei einem ausverkauften Haus, besonders wenn man weiß was so in den Irischen Pubs los ist.
Nun sind es nur  noch wenige Tage bis zum Termin in der Uniklinik Essen.

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